Stadtbiotope sind, wie der Name schon sagt, ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere im dichtbesiedelten Stadtraum. Sie sollen nach Möglichkeit urbane Grünzüge vernetzen, um die innerstädtische Biodiversität zu erhöhen und so zu einer Verbesserung des Stadtklimas beizutragen.
Gerade für die immer dichtere Bebauung im Meringer Ortszentrum aber auch am Ortsrand sind Stadtbiotope wichtige Trittsteine.
Das Meringer Stadtbiotop in St. Afra, in direkter Nachbarschaft zum Bahnhaltepunkt, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Pumptrack für BMX-Biker, Hundespielwiese, Ausgleichsfläche und ursprünglich Kiesgrube für den Bau der Bahnstrecke…das Areal hat viel gesehen. Auf Inititative des (inzwischen aufgelösten) Vereins „Kinder- und jugendfreundliches Mering“ (kurz KiJu) wurde dann ein Nutzungskonzept für das Stadtbiotop angelegt. Seltene Blumen und Insekten haben sich angesiedelt; als ehemalige Bahngrube beherbergt der Boden ein Pflanzenreservoir wie in den Kissinger Bahngruben ganz in der Nähe – auf der dünnen Humusschicht über dem Kies einerseits und durch den Rückgang der intensiven Nutzung auf der anderen Seite konnten Arten aus dem Pflanzenspektrum eines Magerrasens unbehelligt wachsen. Das Nutzungskonzept geht u. A. zurück auf Dipl. Ing. Renata Kasravi, die zusammen mit Dipl. Biol. Gaby Eichstädter-David den Schaukasten und ein Pflegekonzept für das Areal entwickelte. Die einzelnen Bereiche des Biotops sollten anhand eines Puzzles insbesondere für Kinder buchstäblich begreifbar gemacht werden.
Nun sind viele Jahre ins Land gegangen. Der Schaukasten ist durch die hohen Gräser kaum zugänglich; das Puzzle hat an Farbe verloren und lockt kaum noch Interessierte an. Hier sollte der Markt Mering tätig werden.
Es gibt zudem noch einen kleinen Bereich am Rand des Stadtbiotops: den Naturspielplatz. Vom Fußgängerweg kaum einsehbar, befinden sich dort große grobe Steinquader, die zum Verweilen einladen und Baumstämme, an denen kleine Kinder erste Kletterversuche unternehmen können. Das war auch die ursprüngliche Idee des Naturspielplatzes. Früher befand sich unter den Balken noch Sand, der mittlerweile zugewachsen ist.
Hier treffen sich noch immer Eltern mit ihren Kleinen, für ein paar Kletterübungen. Und es ist auch ein beliebter Treffpunkt in den Abendstunden, was dann anderntags an zahlreichen Pappschachteln und Likörfläschchen vom nahegelegenen Supermarkt und Fast Food-Restaurant erkennbar ist.
Der Obst- und Gartenbauverein macht den Platz regelmäßig sauber und auch Freiwillige, zuletzt Verena und Markus David sowie Natascha Beerwart und Anna Metzner räumen hier den Müll weg.
Der Bereich hat seine Funktion gefunden und Begegnungsmöglichkeiten sind in Mering dringend nötig. Aber wenn jeder seinen Müll auch wieder mitnimmt und vor allem Scherben wegräumt, haben alle was davon.