Pendler, Politiker und Fachleute fordern: Mehr statt weniger Züge!

25. Oktober 2026

Einhelliger Konsens über 7 Punkte für die Bahnzukunft

Pressemeldung anlässlich der Podiumsdiskussion vom 12.10.2026

Weit über 100 Bürger:innen aus Mering und auch aus den Nachbargemeinden (u.a. Kissing, Althegnenberg, Merching, Haspelmoor) waren auf Einladung der Meringer SPD zur Podiumsdiskussion unter dem Motto „Mehr statt weniger Züge für Mering!“ gekommen, viele weitere verfolgten die Debatte am eigens eingerichteten Livestream.

Moderiert vom Meringer SPD-Vorsitzenden Stefan Hummel diskutierten Landrat Dr. Marc Sturm (Landkreis Aichach-Friedberg), die Landtagsabgeordneten Dr. Simone Strohmayer (SPD) und Peter Tomaschko (CSU), Jörg Lange vom Fahrgastverband Pro Bahn und der Verkehrsberater Herbert König aus Schmiechen, der eingangs in das Thema einführte.

Ebenfalls eingeladen hatte die SPD die DBInfraGo und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die aber leider abgesagt hatten.

Der Anlass war klar: Die ursprüngliche Absicht der DBInfraGO, ab dem Fahrplan 2028 bis zu 12 Züge im Regionalverkehr zwischen Augsburg und München zu streichen – wohl gemerkt: Voll besetzte Züge in den Hauptverkehrszeiten! Das hätte rund 5.000 Pendler:innen ihrer Fahrtmöglichkeiten beraubt. Wenige Stunden vor der Veranstaltung hatte die DB teilweise eingelenkt: Nun sollen nur noch 3 Züge entfallen, 9 Züge aber unverändert bleiben. Aus Sicht aller Teilnehmer:innen, darunter auch viele betroffene Bahnpendler:innen, ein Schritt in die richtige Richtung, der zweifellos dem engagierten Protest vieler, der unter anderem auch in einer von einer Bürgerin spontan organisierten Online-Petition, zum Ausdruck kam, sowie auch dem gemeinsamen Protest vieler Mandatsträger*innen aus unterschiedlichen Parteien zu verdanken sei.

Einig war man sich aber auch: Das reicht noch nicht aus! Vor allem müssen jetzt Weichen für die Zukunft gestellt werden. König untermauerte mit konkreten Zahlen, dass der Konflikt sich sonst verschärfen werde, denn es seien noch weit mehr Fern- und Güterzüge geplant; vor allem aber wird der Strecke Augsburg-München ein überproportionales weiteres Pendlerwachstum vorhergesagt; dafür brauche es mehr Infrastruktur, z.B. auch schnellstmöglich den zusätzlichen Bahnsteig in München-Pasing, mehr Zugkapazität und, so lange es Engpässe gibt, einen klaren politischen Vorrang für den Nahverkehr.

Alle Teilnehmer*innen auf dem Podium wie auch die vielen Zuhörer:innen konnten sich abschließend auf 7 zentrale Punkte verständigen, die Moderator Stefan Hummel zur Abstimmung stellte:

  • Die Regionalzugkürzung ab 2028 muss vollständig unterbleiben und das heutige Angebot muss gesichert bleiben.
  • Die Kapazitätssituation im Bereich Augsburg Hbf muss umgehend untersucht werden, damit klar wird, welches Zugaufkommen dort mittelfristig überhaupt abgewickelt werden kann.
  • Wenn und so lange die Infrastruktur nicht für alle gewünschten Verkehre ausreicht, braucht es klare Prioritäten bei der Trassenvergabe: 1. Nahverkehr / 2. Fernverkehr / 3. Güterverkehr.
  • Wenn der aufkommende Wettbewerb im Fernverkehr zusätzliche Kapazitätsbedarfe erzeugt, brauchen wir dafür einen präzisen ordnungspolitischen Rahmen, (Marktordnung), der dafür sorgt, dass der Deutschlandtakt funktioniert und der Regionalverkehr nicht unter zusätzlichen Verkehren leidet.
  • Wenn durchlaufender Ferngüterverkehr (ScanMed-Korridor) langfristig zusätzliche Kapazitäten beansprucht, müssen zügig alternative Güterverkehrsrouten zur Entlastung der Strecke Augsburg-München ausgebaut werden.
  • Da die Zahl der Pendlerinnen und Pendler zwischen Augsburg und München weiter wächst, muss auch der Regionalverkehr mitwachsen. Der Freistaat und die BEG müssten deshalb umgehend entsprechende Konzepte entwickeln und die notwendigen Kapazitäten planen.
  • Alle Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit des Korridors Augsburg–München erhöhen können – beispielsweise zusätzliche Überleitverbindungen, Verbesserungen im Bereich München-Pasing, die (Teil-)Elektrifizierung der Paartalbahn oder andere betriebliche und infrastrukturelle Maßnahmen – müssen möglichst schnell vorangetrieben werden.

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